DIE MASCHINENKANONE MK 20 RH 202!

Das Waffensystem Hawk benötigte für den Objektschutz sowie für unübersichtliche Geländeeinschnitte ein leistungsfähiges kurzstreckenflugabwehrsystem zur Unterstützung. Mit der MK 20 wurde eines der besten Waffensysteme zur Unterstützung in den Dienst der Truppe genommen.


Durch die Entwicklung von Düsenflugzeugen erfolgte eine Änderung der Bedrohungslage für die Luftverteidigungseinrichtungen der USA. Im Zuge dessen wurde 1953 an die Firma Raytheon ein Auftrag für ein Flugabwehrraktensystem zur Abwehr von schnellfliegenden Luftfahrzeugen im niedrigen bis hohen Luftraum vergeben. Raytheon nannte das neue Waffensystem HAWK.

ENTWICKLUNG: Das BMVg (Bundesministerium der Verteidigung) plante eine verbesserte Variante der in der Truppe damals eingesetzten Hispano-Suiza 820L/85, eben die MK Rh 202 vom Rüstungskonzern Rheinmetall. Die neue Waffe hatte preiswert zu sein und wesentlich verbesserte Eigenschaften aufzuweisen, wie maximale Feuerbereitschaft, eine lange Lebensdauer, Unempfindlichkeit gegenüber Sand, Staub, Regen, Kälte, Wärmeeinwirkung, Wasser und Schmutz und sich vor allem einfach in Wartung und Bedienung zu präsentieren. Weiterhin erwartete das BMVg, dass mit der MK 20 Tiefflieger und Hubschrauber, Weichziele bis 2000 m und Hartziele bis 1500 m bekämpft werden konnten.

Anfänglich gedacht für den Marder 1 A 3, einer damaligen Neuentwicklung der Firma Henschel die 1968 der Truppe präsentiert wurde, kamen zusätzliche Anforderungen bedingt durch den Einmarsch der Sowjettruppen 1968 in Prag hinzu. Alle neu eingeführten Waffensysteme der Bundeswehr (Spähpanzer Luchs, Flak-Zwillings-Lafette und Waffenträger Wiesel) sollten mit der MK 20 ausgerüstet werden. Ebenso war angedacht die MK 20 bei der Luftwaffe als Zwillingsluftabwehrgeschütz LAAG für den Flugplatz- und Objektschutz, bei Heereseinheiten der Etappe zum Bodenkampf, teilweise dort sogar auf Feldlafette einzusetzen. Ebenso sollte die Verlastung der Maschinenkanone auch auf der Ladefläche eines Unimogs möglich sein. Bei der Marine war die Maschinenkanone MK 20 als Selbstverteidigungskomponente für Tender und Fregatten vorgesehen. Insgesamt wurden im Rahmen der MK 20-Einführung 6630 Waffensysteme für die Bundeswehr beschafft.

Begonnen wurde 1966 bei der ehemaligen Erprobungsstelle 91 Meppen mit etlichen Versuchsreihen. Anfängliche Problembereiche konnten schnell gelöst werden und so kam es 1970 zur Serienfertigung im Düsseldorfer Werk wie auch am zweiten Standort in Oberndorf bei Mauser. Für die Bundeswehr konnte somit eine Waffenkonzeption erreicht werden, bei der für Heer, Marine und Luftwaffe einheitliche Waffen- und Munitionsstandards vorhanden waren und dies für einen längeren Einsatzzeitraum. Ab 1972 erfolgte dann auch eine Variante als Zwillingsflak, die ebenfalls gut in der Truppe angenommen wurde.

Technische Daten der Maschinenkanone MK 20 Rh 202

- Typ: einläufige Maschinenkanone
- Funktion: kombinierter Gasdruck- und Rückstoßlader
- Kaliber: 20 x 139 mm
- Kadenz: 880 -1030 Schuss pro Minute
- Effektive Reichweite: 2000 m
- Schussreichweite: 7000 m
- Mündungsgeschwindigkeit: 1050 bis 1150 m/s
- Gewicht (Munitions-Einzelführung): 75 kg
- Gewicht (Munitions-Doppelzuführung): 83 kg
- Gesamtlänge: 2612 mm
- Rohrlänge: 2002 mm
- Geschossgewicht: 134 g
- Rückstoßkraft: 550 – 750 kg


Tieffliegerabwehr mit der Maschinenkanone MK 20 mm Zwilling Der im Tiefflug angreifende Gegner bedeutete eine erhebliche Bedrohung für die Flugabwehrraketen-Verbände, da durch die bereits in der Annäherungsphase sehr tief und im Schutz von Bodenformationen anfliegenden Luftfahrzeuge, eine vorzeitige Erfassung durch Frühwarnradargeräte erschwert wurde und den radargelenkten und weitreichenden Waffen der Luftverteidigung somit eine wirkungsvolle Abwehr großteils nicht möglich war, bedurfte es einer Abwehrkomponente wie der Maschinenkanone MK 20 Rh 202 Zwilling um diese im Tiefflug angreifenden Gegner effizient bekämpfen zu können. Die MK 20 hatte eine hohe Reaktionsschnelligkeit und Feuerkraft sowie eine erhebliche Vernichtungswahrscheinlichkeit bei der Bekämpfung von Tieffliegern. Über raschenderweise konnte sich die Maschinenkanone MK 20 in militärischen Auseinandersetzungen selbst gegen modernste Flugzeuge und Gegner mit absoluter Luftüberlegenheit auszeichnen. Schwerpunktmäßig eingesetzt und in Frühwarnsysteme integriert, sicherten die Flaks den Luftraum im Nahbereich und unterstützten wirkungsvoll fliegende Jagdverbände und weitreichende Flugabwehrraketenbatterien bei ihrer Abwehraufgabe.

Besonderes Augenmerk wurde seitens der Raketenverbände auch auf eine optimale Ausbildung der Bedienercrews der MK 20 gelegt. Durch zahlreiche Überprüfungen im Inland sowie den jährlichen Leistungsfeststellungen in Namfi / Kreta konnten die hochmotivierten Abteilungen immer wieder ihr hervorragendes Können unter Beweis stellen.

Das von Rheinmetall entwickelte und bei der 3./FlaRakBtl. 34 im September 1974 eingeführte Tiefflieger-Abwehrsystem Flak 20 mm Zwilling erfüllte in hervorragendem Maße alle Forderungen an ein modernes Rohrwaffensystem bis zu seiner Außerdienststellung bei der 3./FlaRakG 34 im Februar 1991 und ist bis heute in zahlreichen Armeen erfolgreich im Einsatz.

 
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